
„Geht nicht, schaff ich nie, kann ich doch nicht machen!“ – Kennen
Sie solche Sätze? Ich selbst ging jahrelang mit meiner Idee schwanger.
Und dann fügte sich plötzlich eines zum anderen…
Die Wegwerf-Mentalität war mir schon immer fremd. Was jeder mit mir
in Verbindung brachte war: Farbe, Spaß, Möbel umfunktionieren, aus Altem
etwas Neues machen, da was abschneiden und dort was anbringen, egal
ob genagelt, genäht, geklebt. Was andere ausrangierten, war bei mir
genau richtig – nach dem Motto: „Kann man immer mal brauchen". Bis ich
dann anfing, Kleidung zu sammeln und aus Erwachsenenkleidung Sachen
für Kinder zu nähen. Gleichzeitig suchte ich immer nach passenden Stücken
für mich, die nicht „nur schwarz“ waren, einen kleinen „Kick“ hatten,
ein besonderes Detail.
Da ich selten fündig wurde, fing ich kurzerhand
an, solche Teile selbst herzustellen – denn gerade die Recyclingmaterialien
waren es, die meine Kreativität anregten. Immer deutlicher erkannte
ich, dass dies meine Leidenschaft war, die ich auch beruflich umsetzen
wollte. Endlich wusste ich, wofür ich alles gesammelt hatte: Erfahrungen
und Lebensjahre, Ideen und Know-how, Stoffe, Materialien und vieles
mehr.
Ich war überrascht, wie schnell die kleine Werkstatt in meiner Wohnung
florierte. Bald veranstalteten mein Team und ich die ersten Mode schauen
– ein großer Schritt für uns alle – und waren überwältigt von dem begeisterten
Feedback. Als dann einer meiner Lieblingsläden in der Au plötzlich leerstand
und ich mit Tränen in den Augen das kahle Schaufenster sah, wusste ich,
was zu tun war... So hatte die Idee einen Namen und einen Ort bekommen:
Marion Schmidt, Inhaberin u. Gründerin